Energieeffizienz im Haushalt: Tipps und Tricks

Energieeffizienz im Haushalt: Tipps und Tricks
Energieeffizienz im Haushalt: Tipps und Tricks

Energieeffizienz im Haushalt bedeutet, mit weniger Strom, Wärme und Wasser denselben Komfort zu erzielen. Das spart Geld und reduziert den eigenen CO₂-Fußabdruck. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Stellschrauben, erklärt wo der größte Hebel liegt und gibt konkrete Tipps für jeden Bereich.

Energiesparen im Haushalt beim Kochen
Beim Kochen lässt sich durch einfache Gewohnheiten messbar Energie sparen

Wo der Haushalt am meisten Energie verbraucht

Der Energieverbrauch eines typischen deutschen Haushalts verteilt sich sehr ungleich. Heizung und Warmwasser machen rund 70 Prozent aus. Der Rest entfällt auf Kühlgeräte, Waschmaschine, Unterhaltungselektronik, Beleuchtung und Kochen. Wer den größten Effekt erzielen will, setzt zuerst bei der Heizung an, dann beim Strom.

Eine einfache Orientierung: Jedes Grad, um das die Raumtemperatur gesenkt wird, spart rund 6 Prozent Heizenergie. Wer von 22 auf 20 Grad geht und nachts auf 17 Grad absenkt, kann deutlich mehr als 10 Prozent sparen, ohne Komfortverlust.

Heizung: Die größten Sparpotenziale

  • Raumtemperatur senken: 20 Grad im Wohnzimmer, 16 bis 17 Grad im Schlafzimmer und bei Abwesenheit. Programmierbare Thermostate oder smarte Heizkörperventile erledigen das automatisch.
  • Stoßlüften statt Kipplüften: 5 bis 10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster tauscht die Luft vollständig aus und verliert dabei viel weniger Wärme als ein dauerhaft gekipptes Fenster.
  • Heizkörper freihalten: Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen vor dem Heizkörper blockieren die Wärmeabgabe und erhöhen den Verbrauch.
  • Heizkörper entlüften: Gluckernde Heizkörper enthalten Luft und heizen ungleichmäßig. Entlüften dauert wenige Minuten und verbessert die Wärmeabgabe sofort.
  • Türen schließen: Unbeheizte Räume von beheizten trennen verhindert unnötige Wärmeverluste.

Strom sparen: Stand-by, LED und Geräte

Stand-by ist der unsichtbare Stromverbraucher. Die Deutsche Energie-Agentur schätzt die jährlichen Stand-by-Kosten pro Haushalt auf 50 bis 100 Euro. TV, Receiver, Spielkonsolen, Drucker und Ladegeräte verbrauchen im Stand-by dauerhaft Strom. Schaltbare Steckerleisten für Unterhaltungselektronik lösen das Problem einfach und günstig.

LED-Lampen verbrauchen 80 bis 90 Prozent weniger Strom als Glühbirnen und halten zehn- bis zwanzigmal länger. Wer noch alte Lampen im Einsatz hat, spart mit dem Austausch sofort.

Mehr entdecken:  Mit Lenkdrachen Windenergie gewinnen?

Beim Kauf neuer Haushaltsgeräte gilt seit September 2021 die neue EU-Energielabel-Skala A bis G. Die alten Klassen A+, A++ und A+++ wurden abgeschafft. Ein heutiges A-Gerät entspricht dem besten verfügbaren Standard. Der angegebene Jahresverbrauch in kWh ist die verlässlichste Vergleichsgröße beim Kauf.

Kühlgeräte: Standort und Einstellung

Kühlschrank und Gefrierschrank laufen rund um die Uhr und machen einen erheblichen Teil des Stromverbrauchs aus. Konkrete Maßnahmen mit messbarer Wirkung:

Kühlschrank nicht neben Herd, Backofen oder Heizkörper aufstellen, da Wärmequellen in der Nähe den Kompressor öfter laufen lassen. Temperatur korrekt einstellen: Kühlschrank 7 Grad, Tiefkühlschrank minus 18 Grad. Jeder Grad kälter kostet rund 6 Prozent mehr Strom. Tür nicht unnötig lange offen lassen, Geräte regelmäßig abtauen, ausreichend Abstand zur Wand halten damit die Wärme des Kompressors abziehen kann.

Waschen, Spülen, Trocknen

Waschmaschinen verbrauchen bei 40 Grad rund 30 bis 40 Prozent weniger Energie als bei 60 Grad. Für normal verschmutzte Wäsche reicht 40 Grad aus, bei empfindlicher Wäsche sogar 30 Grad. Immer mit voller Trommel waschen und das Eco-Programm nutzen: Es läuft länger, verbraucht aber weniger Energie und Wasser.

Geschirrspüler nur voll beladen betreiben und das Eco-Programm verwenden. Im Vergleich zum Handspülen spart ein voller Geschirrspüler mit Eco-Programm in der Regel sowohl Wasser als auch Energie.

Trockner vermeiden wo möglich, an der Luft trocknen spart den gesamten Stromverbrauch. Wer einen Trockner braucht: Wärmepumpentrockner verbrauchen rund 50 Prozent weniger Strom als Kondensationstrockner.

Klimafreundlich Wohnen durch energieeffiziente Architektur
Gute Dämmung und energieeffiziente Architektur senken den Heizenergiebedarf langfristig

Energiesparen beim Kochen

Die Küche bietet mehr Einsparpotenzial als viele denken. Konkrete Tipps für den Gasherd oder Elektroherd:

  1. Passenden Topf wählenTopfboden und Kochzone sollten in der Größe übereinstimmen. Ein kleiner Topf auf einer großen Platte oder einem großen Gasbrenner verliert erheblich Energie an den Seiten.
  2. Mit Deckel kochenEin geschlossener Deckel hält die Wärme im Topf und verkürzt die Kochzeit erheblich. Ohne Deckel verdampft Energie unnötig.
  3. Restwärme nutzenHerd oder Kochfeld einige Minuten vor Ende der Garzeit ausschalten. Elektroherde halten die Temperatur noch mehrere Minuten.
  4. Wasserkocher statt HerdWasser im Wasserkocher erhitzen und dann in den Topf geben spart gegenüber dem direkten Erhitzen auf dem Herd Zeit und Energie.
  5. Backofen sinnvoll nutzenBackofen nur bei wirklichem Bedarf vorheizen. Mehrere Gerichte gleichzeitig backen. Umluft statt Ober-/Unterhitze spart rund 20 Prozent Energie.
Mehr entdecken:  Ökologisch Heizen: Eine umweltfreundliche Heizlösung

Wasser sparen

Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland liegt bei rund 127 Litern pro Person und Tag. Rund 36 Prozent entfallen auf Baden und Duschen. Ein Sparduschkopf reduziert den Durchfluss von 15 bis 20 Liter auf 6 bis 9 Liter pro Minute und amortisiert sich innerhalb weniger Monate.

Weitere wirksame Maßnahmen: Wasser beim Zähneputzen, Rasieren und Händewaschen abstellen statt laufen lassen. Lecks an Wasserhähnen sofort reparieren: Ein tropfender Hahn kann im Jahr mehrere Tausend Liter verschwenden. Regenwasser für die Gartenbewässerung sammeln.

Ökostrom und Warmwasser

Wer den Stromanbieter wechselt, tut das ohne Aufwand online. Anbieter mit dem Grüner Strom Label oder ok-power erfüllen strengere Anforderungen als reine Herkunftsnachweisprodukte und investieren in den Ausbau erneuerbarer Energien. Haushaltsstrom kostet in Deutschland Anfang 2026 im Schnitt 29 bis 31 Cent pro kWh (Bundesnetzagentur).

Warmwasser mit der Waschmaschine, dem Geschirrspüler und dem Duschkopf ist ein wesentlicher Energieposten. Niedrige Temperaturen beim Waschen (30 bis 40 Grad), ein Sparduschkopf und die Isolierung langer Warmwasserleitungen wirken direkt.

Regelmäßige Wartung spart langfristig

Gut gewartete Geräte laufen effizienter. Staubfilter in Wäschetrocknern und Klimageräten regelmäßig reinigen. Lüftungsschlitze an elektronischen Geräten freihalten. Heizkörper vor der Heizsaison entlüften. Dichtungen an Kühlschrank und Backofen prüfen und bei Bedarf ersetzen.

Mehr zu Heizungssystemen und Energiestandards beim Bau steht im Artikel Energiesparhaus: der Baustandard der Zukunft. Wer Energie auch durch den Wechsel zu erneuerbaren Quellen sparen möchte, findet im Beitrag Solaranlagen weiterführende Informationen.

Häufige Fragen zur Energieeffizienz im Haushalt

Bei der Heizung. Heizung und Warmwasser machen rund 70 Prozent des Energieverbrauchs eines typischen Haushalts aus. Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 Prozent Heizenergie. Danach kommen Kühlgeräte, Waschmaschine und Stand-by-Verbrauch.
Die Deutsche Energie-Agentur schätzt die Stand-by-Kosten auf 50 bis 100 Euro pro Haushalt und Jahr. Am stärksten betroffen sind TV, Receiver, Spielkonsolen und Drucker. Schaltbare Steckerleisten trennen mehrere Geräte gleichzeitig vom Netz.
Seit September 2021 gilt die neue Skala A bis G. Die alten Klassen A+, A++ und A+++ wurden abgeschafft. Ein heutiges A-Gerät ist das beste auf dem Markt. Der angegebene Jahresverbrauch in kWh ist die verlässlichste Vergleichsgröße, nicht allein der Buchstabe.
40 Grad statt 60 Grad spart rund 30 bis 40 Prozent Energie beim Waschen. Für normal verschmutzte Wäsche reicht 40 Grad. Das Eco-Programm verbraucht trotz längerer Laufzeit weniger Energie als Schnellprogramme bei höherer Temperatur.
Ja. Ein herkömmlicher Duschkopf lässt 15 bis 20 Liter pro Minute durch, ein Sparduschkopf 6 bis 9 Liter. Das spart Wasser und die Energie, die zur Erwärmung des Wassers benötigt wird. Die Anschaffungskosten von 15 bis 30 Euro sind meist innerhalb weniger Monate amortisiert.