Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, für mindestens zehn Tage ohne externe Versorgung auskommen zu können. Diese Empfehlung klingt abstrakt, bis man sich vor Augen führt, was alles wegfallen kann: Strom, fließendes Wasser, Lebensmitteleinkauf, Apotheken, Lieferdienste. Szenarien, in denen das passiert, sind seltener als manche Krisenvorsorge-Ratgeber suggerieren, aber nicht unmöglich: großflächige Überflutungen, mehrtägige Stromausfälle im Winter, extreme Wetterereignisse oder regionale Versorgungsunterbrechungen.
Eine Notfallreserve ist kein Bunker und kein Ausdruck von Paranoia. Sie ist eine einfache, einmalig aufgebaute Sicherheitsreserve, die danach durch das Rotationsprinzip aufrechterhalten wird, ohne nennenswerten Aufwand. Diese Liste zeigt, was hineingehört, in welchen Mengen und warum.
Was eine gute Notfallreserve ausmacht
Drei Prinzipien entscheiden darüber, ob eine Notfallreserve im Ernstfall tatsächlich nützt: Haltbarkeit, Zubereitung ohne Strom und Ausgewogenheit. Vorräte, die im Kühlschrank stehen oder einen Herd brauchen, fallen bei einem Stromausfall weg. Vorräte, die nur aus Kohlenhydraten bestehen, decken den Nährstoffbedarf nicht. Und Vorräte, die zwar lange haltbar sind, aber niemand im Haushalt isst, landen irgendwann im Müll.
Das BBK empfiehlt pro Person und Tag mindestens 2.000 Kilokalorien sowie mindestens zwei Liter Trinkwasser. Für zehn Tage ergibt das 20.000 kcal und 20 Liter Wasser pro Person. Wer körperlich aktiv ist, Kinder hat oder in Kälte lebt, plant großzügiger. Die folgende Liste orientiert sich an diesen Richtwerten und lässt sich direkt als Einkaufsgrundlage nutzen.
Die vollständige Notfallreserve-Liste nach Kategorien
Wasser und Trinkversorgung
- Mineralwasser in PET-Flaschen: mindestens 20 Liter pro Person (2 Liter/Tag × 10 Tage)
- Wasserreinigungstabletten (Micropur oder ähnliche): als Reserve für den Fall, dass Leitungswasser mikrobiell belastet ist
- Wasserfilter (z. B. Lifestraw oder ähnliche Outdoor-Filter): für mittelfristige Nutzung von Regenwasser oder Gewässern
- Leere Kanister mit Schraubverschluss: zum Auffüllen aus externen Quellen
- Elektrolytpulver oder Brausetabletten: bei Hitze, starkem Schwitzen oder Erkrankung sinnvoll
Getreide und Stärkeprodukte
- Weißreis, vakuumverpackt: 1,5 kg pro Person (5+ Jahre Haltbarkeit, hohe Kaloriendichte, einfach zu kochen)
- Vollkornnudeln aus Hartweizen: 1 kg pro Person (2–3 Jahre Haltbarkeit, sättigend)
- Haferflocken, kernig: 500 g pro Person (auch kalt mit Wasser essbar, kein Kochen nötig)
- Knäckebrot oder Cracker: 500 g pro Person (ohne Kühlung, direkt essbar, 1–2 Jahre haltbar)
- Zwieback: 200 g pro Person (sehr lang haltbar, auch für Kinder geeignet)
- Weizenmehl (Type 405 oder 550): 500 g pro Person (für Fladenbrote auf Campingkocher)
- Grieß oder Polenta: 300 g pro Person (schnell garend, vielseitig einsetzbar)
Proteinquellen
- Getrocknete Linsen, rot oder gelb: 500 g pro Person (garen schnell auch ohne langes Einweichen, 5–10 Jahre haltbar)
- Kichererbsen aus der Dose: 2–3 Dosen pro Person (direkt essbar, kein Kochen nötig)
- Rote Kidney-Bohnen aus der Dose: 2 Dosen pro Person
- Thunfisch in Öl oder Wasser: 4–5 Dosen pro Person (4–5 Jahre haltbar, direkt aus der Dose essbar)
- Sardinen oder Makrele in Öl: 3–4 Dosen pro Person (lange haltbar, kalorienreich)
- Corned Beef oder Dosenhähnchen: 2–3 Dosen pro Person
- Erdnussbutter, ungesüßt: 1 Glas pro Person (kalorienreich, direkt essbar, 1–2 Jahre haltbar)
- Nüsse, gemischt: 500 g pro Person (Mandeln, Walnüsse, Cashews; 1–2 Jahre bei kühler Lagerung)
- Milchpulver oder Hafermilchpulver: 300 g pro Person (für Getreide, Kaffee, Saucen)
Gemüse- und Obstkonserven
- Tomaten, gehackt oder passiert (Dose): 4–5 Dosen pro Person (Basis für viele Gerichte)
- Mais (Dose): 2–3 Dosen pro Person
- Erbsen und Karotten (Dose): 2–3 Dosen pro Person
- Pilze (Dose): 2 Dosen pro Person
- Kokosmilch (Dose): 2–3 Dosen pro Person (für Eintöpfe, kalorienreich)
- Obst im Glas oder aus der Dose: 3–4 Gläser pro Person (Pfirsiche, Birnen, Ananas; sorgt für Abwechslung in der Notfallkost)
- Gemüsesuppe oder Linsensuppe im Tetrapack oder Glas: 3–4 Portionen pro Person (direkt trinkbar oder nur kurz erwärmen)
Fette, Öle und Würzmittel
- Olivenöl oder Rapsöl: 500 ml pro Person (2–3 Jahre haltbar; für Kochen und Kalorien)
- Salz, Jodsalz: 200 g pro Person (lebensnotwendig, praktisch unbegrenzt haltbar)
- Zucker: 200 g pro Person (unbegrenzt haltbar, auch für Kalorienversorgung)
- Honig: 300 g pro Person (praktisch unbegrenzt haltbar, vielseitig einsetzbar)
- Essig (Apfel- oder Weißweinessig): 500 ml pro Person (Haltbarkeit unbegrenzt, vielseitig verwendbar)
- Bouillonwürfel oder Gemüsebrühe-Pulver: 1 Packung pro Person
- Gewürze: Pfeffer, Paprika, Oregano, Kreuzkümmel, Zimtstangen (haltbar, verbessern Notfallkost erheblich)
Snacks und Energie
- Trockenfrüchte: Rosinen, Datteln, Aprikosen, Pflaumen: 500 g pro Person (1–2 Jahre haltbar)
- Energieriegel oder Müsliriegel: 10–15 Stück pro Person
- Schokolade mit hohem Kakaoanteil (70 % oder mehr): 200 g pro Person (6–12 Monate haltbar; Moral in Ausnahmesituationen nicht unterschätzen)
- Instantkaffee oder Tee: je 100 g pro Person
Kochen ohne Strom
- Campingkocher (Gas): zuverlässigste Option für warme Mahlzeiten; nur im Freien oder bei offenem Fenster betreiben (CO-Gefahr)
- Gaskartuschen: mindestens 4–6 Stück pro Haushalt als Reserve
- Dosenöffner (manuell): unverzichtbar, oft vergessen
- Kochtopf und Pfanne aus Metall (kein Kunststoffgriff): für offene Flamme geeignet
- Besteck, Teller und Becher aus Metall oder stabilem Kunststoff
- Feuerzeug und Streichhölzer (mehrere, wasserdicht verpackt)
Hygiene und Gesundheit
- Seife (feste Stücke): 2–3 Stück pro Person
- Desinfektionsmittel (Händedesinfektion): 200 ml pro Person
- Toilettenpapier: mindestens 10 Rollen pro Person
- Feuchttücher: 2–3 Packungen pro Person (bei eingeschränkter Wasserversorgung)
- Erste-Hilfe-Set: vollständig ausgestattetes Set für den Haushalt
- Wichtige Medikamente (Dauermedikation, Schmerzmittel, Fieberthermometer, Verbandsmaterial)
- Multivitaminpräparat: 1 Monatsvorrat pro Person
Lagerung: die häufigsten Fehler
Ein guter Vorrat, falsch gelagert, verdirbt oder verliert an Qualität, bevor er gebraucht wird. Die wichtigsten Lagerbedingungen: kühl (unter 20 Grad), trocken, dunkel und geschützt vor Schädlingen. Ein Keller oder kühler Abstellraum ist ideal. Ein Dachboden im Sommer dagegen ist ungeeignet, weil Temperaturen von 40 Grad und mehr Haltbarkeit drastisch verkürzen.
Trockene Lebensmittel wie Mehl, Reis und Nudeln unbedingt in luftdichten Behältern aufbewahren, nicht in der Originalverpackung, die Mehlkäfer und Motten nicht zuverlässig fernhält. Konserven auf Schäden, Rost und Dellen prüfen, stark eingedrückte Dosen können auf interne Keimbelastung hinweisen.
Das Rotationsprinzip ist entscheidend: Was zuerst ablaufen wird, kommt nach vorne und wird als erstes verbraucht. Neue Einkäufe kommen nach hinten. Eine halbjährliche Kontrolle der Bestände, zwanzig Minuten Aufwand, reicht aus, um die Reserve dauerhaft aktuell zu halten.
Ergänzend zur Notfallreserve für zu Hause lohnt sich ein Blick auf den Artikel Lebensmittel für den Blackout, der sich speziell auf Stromausfall-Szenarien konzentriert und die Zubereitung ohne Strom ausführlich behandelt.
Häufige Fragen
– Unser Artikel wurde redaktionell unter Zuhilfenahme von KI erstellt. –











