Einrichtungstipps für ein nachhaltiges Zuhause

Nachhaltig Wohnen
Nachhaltig Wohnen

Nachhaltig wohnen bedeutet, im eigenen Zuhause Ressourcen sinnvoll einzusetzen: weniger Energie und Wasser verbrauchen, langlebige Materialien wählen, Chemikalien vermeiden und Abfall reduzieren. Dieser Artikel zeigt, welche Maßnahmen in der Wohnung und beim Einrichten wirklich etwas bringen und worauf es dabei ankommt.

Nachhaltig Wohnen mit Holzmöbeln aus zertifiziertem Holz
Holzmöbel aus FSC-zertifiziertem Holz sind langlebig und ressourcenschonend

Materialien: Was bei Möbeln und Einrichtung zählt

Ein Großteil der Umweltwirkung von Möbeln entsteht bei ihrer Herstellung, nicht bei ihrer Nutzung. Wer ein Möbelstück lange nutzt, vermeidet die Emissionen, die bei der Neuproduktion eines Ersatzstücks entstehen würden. Das ist der wichtigste Grundsatz beim nachhaltigen Einrichten: Langlebigkeit geht vor Material.

Beim Neukauf sind folgende Aspekte relevant:

  • Holz mit FSC- oder PEFC-Siegel: Beide Siegel kennzeichnen Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. FSC gilt als strenger. Wichtig: Das Siegel bezieht sich auf das Holz, nicht auf den gesamten Produktionsprozess.
  • Kork: Die Rinde des Korkbaums wird geerntet, ohne den Baum zu fällen, und wächst nach. Als Bodenbelag oder Pinnwand eine wirklich nachwachsende Ressource.
  • Recycelte Materialien: Möbel aus recyceltem Stahl, recycelten Kunststoffen oder aufgearbeitetem Altholz nutzen bereits vorhandene Ressourcen.
  • Schadstoffarme Lacke und Farben: Konventionelle Lacke enthalten oft flüchtige organische Verbindungen (VOC), die noch monatelang nach dem Kauf ausgasen. Das EU-Ecolabel und der Blaue Engel kennzeichnen schadstoffarme Varianten.
  • Reparierbarkeit: Möbel mit modularen Bauweisen, bei denen einzelne Teile ersetzt werden können, halten länger als schweißverdichtete Konstruktionen.

Second-Hand schlägt in der Ressourcenbilanz fast immer Neuware, weil das Stück bereits produziert ist. Flohmärkte, Kleinanzeigen und Vintage-Shops bieten breite Auswahl.

Energie sparen in der Wohnung: Die wichtigsten Stellschrauben

Heizung und Warmwasser machen rund 70 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts aus. Konkrete Maßnahmen mit direkter Wirkung:

Die Raumtemperatur um ein Grad zu senken spart im Schnitt rund 6 Prozent Heizenergie. Stoßlüften für 5 bis 10 Minuten statt dauerhaft gekippter Fenster senkt den Wärmeverlust beim Lüften erheblich. Stand-by-Geräte über schaltbare Steckerleisten abschalten: Die Deutsche Energie-Agentur schätzt Stand-by-Kosten auf 50 bis 100 Euro jährlich pro Haushalt. LED-Lampen verbrauchen 80 bis 90 Prozent weniger als Glühbirnen.

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Beim Kauf neuer Haushaltsgeräte gilt seit September 2021 die neue EU-Energielabel-Skala A bis G ohne Plus-Stufen. Der angegebene Jahresverbrauch in kWh ist die verlässlichste Vergleichsgröße.

Wasser sparen im Haushalt

Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland liegt bei rund 127 Litern pro Person und Tag. Ein Sparduschkopf reduziert den Durchfluss von 15 bis 20 Liter auf 6 bis 9 Liter pro Minute. Wasser beim Zähneputzen, Rasieren und Händewaschen abstellen. Geschirrspüler und Waschmaschine nur voll beladen und im Eco-Programm laufen lassen.

Nachhaltige Reinigungsmittel: Was wirklich sauber macht

Viele Haushaltsreiniger enthalten Substanzen, die schwer abbaubar sind und in Gewässer gelangen können. Natürliche Alternativen decken die meisten Reinigungsaufgaben ab:

Essig und Zitronensäure gegen Kalk, Natron als mildes Scheuermittel und Geruchsentferner, Schwarze Seife für Böden. Mikrofasertücher reinigen viele Oberflächen mit Wasser ohne oder mit minimalem Reinigungsmittelzusatz. Wer Fertigprodukte bevorzugt, achtet auf das EU-Ecolabel oder den Blauen Engel: beide kennzeichnen Produkte mit geringeren Umweltwirkungen, unabhängig geprüft.

Minimalismus: Weniger kaufen als Umweltstrategie

Ein Raum mit weniger Gegenständen ist nicht automatisch nachhaltiger, aber wer seltener kauft, produziert weniger Herstellungsemissionen. Vor jedem Kauf zwei Fragen: Brauche ich das tatsächlich? Gibt es eine gebrauchte Alternative? Wer Dinge, die er nicht mehr braucht, weitergibt statt wegwirft, verlängert deren Nutzungszyklus.

Minimalismus bedeutet nicht Verzicht auf Komfort, sondern Fokus auf Qualität statt Quantität. Langlebige Produkte aus hochwertigen Materialien amortisieren sich über die Nutzungsdauer.

Zimmerpflanzen im nachhaltigen Wohnraum
Zimmerpflanzen verschönern den Raum und schaffen eine angenehme Atmosphäre

Zimmerpflanzen im Wohnraum

Zimmerpflanzen werden häufig als natürliche Luftreiniger angepriesen. Tatsächlich können Pflanzen unter Laborbedingungen geringe Mengen Schadstoffe aus der Luft aufnehmen. Im normalen Wohnraum ist dieser Effekt allerdings vernachlässigbar: Neuere Forschungen zeigen, dass man mehrere hundert Pflanzen pro Zimmer bräuchte, um eine messbare Luftqualitätsverbesserung zu erzielen.

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Was Zimmerpflanzen leisten: Sie machen Räume optisch angenehmer, schaffen eine belebende Atmosphäre und können das Wohlbefinden positiv beeinflussen. Das ist nicht wenig, aber für die Luftreinigung ist regelmäßiges Lüften erheblich wirksamer.

Upcycling und Reparatur statt Wegwerfen

Upcycling bezeichnet die Wiederverwendung von Gegenständen für einen neuen Zweck: Einmachgläser als Vorratsbehälter oder Blumenvasen, Holzpaletten als Möbelanfang, alte Kleidung als Putzlappen. Wer repariert statt ersetzt, spart die Produktionsemissionen des neuen Gegenstands.

Repair-Cafés gibt es in vielen deutschen Städten, oft kostenlos oder gegen eine kleine Spende. Für einfache Reparaturen (Reißverschluss, Näharbeiten, lose Möbelteile) reichen oft wenige Werkzeuge und eine kurze Anleitung.

Natürliche Baustoffe bei Renovierung

Wer renoviert oder seinen Wohnraum umgestaltet, hat die Gelegenheit, nachhaltigere Materialien einzusetzen. Lehmputz reguliert die Raumfeuchtigkeit auf natürliche Weise und wird ohne synthetische Zusätze hergestellt. Kalkfarbe ist diffusionsoffen, schimmelresistent und besteht aus natürlichen Rohstoffen. Linoleum aus Leinöl, Holzmehl und Jutegewebe ist biologisch abbaubar. Teppiche aus Schurwolle mit GOTS-Siegel verzichten auf synthetische Fasern und Pestizide bei der Rohstoffgewinnung.

Bei Farben den Blauen Engel für Wandfarben oder das EU-Ecolabel beachten: beide kennzeichnen Produkte mit niedrigem VOC-Gehalt.

Strom und Heizung: Der größte Hebel

Der Wechsel zu einem zertifizierten Ökostromanbieter (Grüner Strom Label oder ok-power) dauert online wenige Minuten und unterstützt direkt den Ausbau erneuerbarer Energien. Wer in einer Mietwohnung keinen Einfluss auf die Heizungsart hat, kann zumindest durch niedrigere Raumtemperaturen und korrektes Lüften erheblich Heizenergie sparen.

Mehr zu Energiespartipps im Haushalt steht im Artikel Energieeffizienz im Haushalt. Wer nachhaltiger Reinigen möchte, findet im Beitrag Effektiver Umweltschutz im Haushalt weiterführende Tipps.

Nachhaltig wohnen ist kein Alles-oder-nichts-Projekt. Wer mit dem anfängt, was den größten Effekt hat — Energie, dann Materialien, dann Reinigung — und Schritt für Schritt weitermacht, verändert seinen Wohnraum dauerhafter als mit einem einmaligen Großumbau.

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Häufige Fragen zu nachhaltigem Wohnen

Energie sparen (Heizung, Stand-by, LED), wassersparende Armaturen, langlebige Möbel aus zertifizierten Materialien, natürliche Reinigungsmittel und Upcycling statt Wegwerfen. Der größte Hebel liegt bei Heizung und Strom, weil sie den Löwenanteil des Energieverbrauchs ausmachen.
FSC und PEFC für Holz (FSC gilt als strenger), das EU-Ecolabel und der Blaue Engel für Farben und Reinigungsmittel, GOTS für Textilien wie Teppiche und Bettwäsche. Eigenbezeichnungen wie „öko“ oder „natürlich“ ohne unabhängiges Siegel sind nicht geprüft.
Kaum. Unter Laborbedingungen können Pflanzen geringe Mengen Schadstoffe aus der Luft aufnehmen. Im normalen Wohnraum bräuchte man mehrere hundert Pflanzen pro Zimmer für eine messbare Wirkung. Regelmäßiges Lüften verbessert die Raumluftqualität erheblich wirkungsvoller. Zimmerpflanzen lohnen sich für Optik und Atmosphäre, nicht als Luftreiniger.
Essig und Zitronensäure gegen Kalk, Natron als mildes Scheuermittel und Geruchsentferner, Schwarze Seife für Böden und Holzoberflächen, Mikrofasertücher für viele Oberflächen mit Wasser allein. Alle sind günstig, biologisch abbaubar und in jedem Supermarkt erhältlich.
Ja, deutlich. Second-Hand-Möbel haben keine weiteren Herstellungsemissionen mehr, weil das Stück bereits produziert ist. Sie sind in der Ressourcenbilanz besser als FSC-zertifizierte Neuware. Flohmärkte, Kleinanzeigen und Vintage-Shops bieten eine breite Auswahl.