Gedruckt wird nach wie vor viel, auch im digitalen Zeitalter. Berichte, Rechnungen, Verträge, Fotos: Drucker gehören zur Standardausstattung fast jedes Büros und vieler Privathaushalte. Was dabei oft übersehen wird, sind die Ressourcen, die der Druckbetrieb verbraucht: Papier, Toner, Tinte, Energie und das Gerät selbst. Wer umweltbewusster drucken möchte, hat an allen diesen Stellen Ansatzpunkte.

Weniger drucken: Der einfachste erste Schritt
Bevor es um Papiersorte oder Tonertyp geht, lohnt die grundlegende Frage: Muss dieses Dokument überhaupt ausgedruckt werden? Viele Ausdrucke landen nach kurzer Zeit im Papierkorb. Dokumente, die nur kurz gebraucht werden, lassen sich auf dem Bildschirm lesen, kommentieren und weitergeben.
Wer drucken muss, kann mit wenigen Einstellungen deutlich Papier und Tinte sparen:
- Doppelseitig druckenBeidseitiger Druck halbiert den Papierverbrauch bei mehrseitigen Dokumenten. In den meisten Druckertreibern lässt sich das als Standardeinstellung festlegen.
- Mehrere Seiten pro BlattFür Entwürfe, Notizen oder interne Dokumente genügt oft das Layout „2 Seiten pro Blatt“. Die Lesbarkeit ist bei den meisten Schriftgrößen problemlos.
- Entwurfsmodus nutzenDer Entwurfsmodus reduziert den Tinten- oder Tonerverbrauch erheblich, weil weniger Farbpigmente pro Seite aufgetragen werden. Für Texte, die nicht repräsentativ sein müssen, ist die Qualität vollkommen ausreichend.
- Druckvorschau prüfenViele Fehldrucke entstehen durch unerwartetes Layout. Ein Blick in die Druckvorschau vor jedem Ausdruck vermeidet, dass Seiten mit einer einzigen Zeile Text gedruckt werden.
Recyclingpapier: Was die Siegel bedeuten
Papier ist der sichtbarste Rohstoff beim Drucken. Rund 80 Prozent der Umweltauswirkungen eines Ausdrucks entstehen durch das Papier selbst, nicht durch Tinte oder Strom. Recyclingpapier aus Altpapier spart im Vergleich zu Frischfaserpapier erheblich Energie und Wasser bei der Herstellung.
Beim Kauf lohnt ein Blick auf die Siegel:
- Blauer Engel (DE-UZ 14a): Das strengste deutsche Umweltzeichen für Recyclingpapier. Mindestens 100 Prozent Altpapier, chlorfrei gebleicht, ohne optische Aufheller. Unabhängig geprüft vom Umweltbundesamt.
- EU Ecolabel: Das europäische Umweltzeichen für Papier. Ähnliche Kriterien wie der Blaue Engel, mit EU-weiter Gültigkeit.
- FSC und PEFC: Diese Siegel beziehen sich nicht auf Recycling, sondern auf nachhaltige Forstwirtschaft bei Frischfaserpapier. Geringer Altpapieranteil, aber zertifizierter Rohstoff.

Toner und Tinte: Alternativen und Kreislaufsysteme
Herkömmliche Tonerkartuschen bestehen aus Kunststoff, Metall und Farb- bzw. Farbträgerpigmenten. Die Herstellung einer neuen Kartusche verbraucht Rohstoffe und Energie. Zwei Ansätze helfen, diesen Aufwand zu reduzieren:
Nachfüllen statt Ersetzen: Viele Druckerpatronen und Tonerkartuschen lassen sich mehrfach nachfüllen. Tintennachfüllsets für Tintenpatronen sind günstig und reduzieren den Plastikabfall deutlich. Für Laser-Tonerkartuschen gibt es spezialisierte Anbieter, die leere Kartuschen aufbereiten, neu befüllen und mit Garantie zurückverkaufen. Diese sogenannten Refill- oder rebuilt-Kartuschen sind in der Regel günstiger als Originale.
Rückgabe und Recycling: Wer keine Refill-Option nutzen möchte, sollte leere Kartuschen über Rücknahmesysteme entsorgen, nicht über den Hausmüll. Die meisten Druckerhersteller (HP, Canon, Epson, Brother) bieten kostenlose Rücknahmeprogramme an. Leere Kartuschen können in Fachgeschäften, bei bestimmten Supermärkten oder per Versand zurückgegeben werden.
Toner auf Basis nachwachsender Rohstoffe: Ein Teil der Hersteller bietet inzwischen Toner an, bei denen ein Anteil des erdölbasierten Bindemittels durch Sojaöl oder andere nachwachsende Rohstoffe ersetzt wird. Solche Toner sind leichter recyclebar, weil die Trennbarkeit der Bestandteile beim Papierrecycling einfacher ist. Im professionellen Druckbereich, etwa bei Zeitungen, ist diese Technologie bereits weit verbreitet.
Umweltfreundlichere Drucker: Worauf beim Kauf achten
Wer ein neues Gerät kauft, sollte neben dem Preis einige weitere Kriterien berücksichtigen:
- Energieverbrauch: Das EU-Energielabel gilt auch für Drucker. Geräte mit niedrigem Verbrauch im Stand-by und im Betrieb sparen dauerhaft Strom. Energiespar- und automatischer Sleep-Modus sollten vorhanden sein.
- Patronenkompatibilität: Geräte, die ausschließlich proprietäre Patronen akzeptieren und Refill-Versuche elektronisch sperren, schließen ressourcenschonende Optionen aus.
- Druckerstaub: Beim Druckvorgang, besonders bei Laserdruckern, entstehen feine Partikel. Geräte mit dem Blauen Engel müssen nachgewiesenermaßen geringe Emissionen aufweisen. Wer einen Laserdrucker in einem schlecht belüfteten Raum betreibt, sollte auf gute Belüftung achten.
- Langlebigkeit und Reparierbarkeit: Ein robustes Gerät, das sich reparieren lässt, schlägt ressourcentechnisch ein günstiges Einwegmodell, das nach zwei Jahren ersetzt wird.
Druckereien und Geschäftsdrucksachen
Auch für Unternehmen, die Drucksachen extern in Auftrag geben, gibt es umweltbewusstere Optionen. Druckereien mit FSC-Zertifizierung garantieren, dass das eingesetzte Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Druckereien mit EMAS-Zertifizierung oder dem Blauen Engel haben nachgewiesenermaßen geringere Umweltauswirkungen im Betrieb.
Bei Farben und Lacken lohnt die Frage nach wasserbasierten oder pflanzlich-basierten Alternativen. Diese enthalten weniger flüchtige organische Verbindungen und sind leichter recyclebar. Beim Broschürenkauf gilt außerdem: Weniger, aber besser gedruckt ist in vielen Fällen sinnvoller als große Auflagen, von denen ein Teil unverteilt bleibt.
Mehr zum Thema ressourcenschonendes Einkaufen generell steht im Beitrag Green Shopping. Wer auch den Energieverbrauch des Büros insgesamt im Blick hat, findet im Artikel Energiesparen durch Umdenken weitere Ansätze.
Grüner drucken bedeutet nicht, auf den Drucker zu verzichten. Es bedeutet, bei jedem Schritt vom Papier bis zur Entsorgung die ressourcenschonendere Wahl zu treffen. Viele dieser Schritte kosten nichts extra, sie erfordern nur etwas Aufmerksamkeit.








